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Soja - gefährlich oder wertvolle Proteinquelle

Aktualisiert: 15. Aug. 2022

Kaum ein Thema wird unter Veganern heftiger diskutiert als dieses. Auf der einen Seite Ablehnung wegen angeblicher Gefährdung der Gesundheit, auf der anderen geht es nicht mehr ohne.


Doch was stimmt jetzt wirklich? Kann ich Soja und Sojaprodukte ohne schlechtes Gewissen als Proteinquelle verwenden? Gibt es ein "Upper Level" für den Konsum dieser Nahrungsmittel? Und wie wirkt sich Soja auf unseren Hormonhaushalt aus?


All diese Fragen werden in diesem Beitrag geklärt.





Woher kommt eigentlich Soja?


Der Anbau der Sojabohne ist in Asien seit 7000 v. Chr. nachgewiesen. Sie enthält als Ölsaat ca. 20% Fett und ist von der Proteinqualität mit dem tierischen Protein vergleichbar, was sie von anderen Hülsenfrüchten abhebt. Das Öl wird zum Teil für Biodiesel verwendet aber auch als Nahrungsmittel.


Das, was von der Ölpressung übrig bleibt wird erhitzt (dabei werden die unbekömmlichen Bestandteile zerstört) und stellt dann ein Nahrungsmittel für Mensch und Tier da, wobei ca. 80% an Tiere verfüttert werden und der Rest bis auf ca. 1-2% zu Biokraftstoff und ähnlichem verarbeitet wird.


Soja hat seit den 70ern von allen Nutzpflanzen am meisten an Bedeutung gewonnen. So wurden 1970 ca. 17 Millionen Tonnen produziert. 2016 waren es ca. 335 Millionen Tonnen.






Was sind Phytoöstrogene?


Wie der Name schon sagt befinden sich diese Stoffe in Pflanzen. Sie haben auch eine hormonähnliche Wirkung, jedoch 1000- bis 10.000 -fach geringer. Der Grund, warum sie wirken wie das weibliche Geschlechtshormon liegt darin begründet, dass sie ähnlich aufgebaut sind.


Diese Phytoöstrogene können jetzt an Rezeptoren andocken, wo normalerweise das viel potentere Östrogen andocken würde und belegt einfach ausgedrückt seinen Platz.

Das heißt wiederum, dass Phytoöstrogene die Wirkung von Östrogen sogar verringern können und so gegen verschiedene krebsbedingte Krankheiten vorbeugen können.


Bei Tierversuchen wird seit Jahren schon diskutiert, wie sehr sich deren Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen können, weil in vielen Studien isolierte Phytoöstrogene zum Einsatz gekommen sind und nicht die ganze Bohne. Auch der Stoffwechsel von Nagetieren oder Schafen lässt sich sehr wenig auf den des Menschen übertragen.





Wird durch Soja der Regenwald Zerstört?


Weltweit wird eine Fläche zum Anbau von Soja genutzt, die so groß ist wie Deutschland, Frankreich, Belgien und die, der Niederlande zusammen und sie wird jede Sekunde größer.

Etwa 6% dieser Fläche werden für Sojaprodukte für den Menschen genutzt. 80% werden an Tiere verfüttert. Der Rest wird für andere Zwecke genutzt (Biodiesel).

Wenn man den Sojaverbrauch der EU (auch das Tierfutter) auf die Menschen aufteilen würde, bekäme man einen Verbrauch von ca. 61kg pro Kopf und Jahr heraus. Es wird allerdings nur ein sehr kleiner Teil dieser Menge wirklich vom Menschen konsumiert.





Die Verweiblichung des Mannes


Hier sind bis heute 2 Fälle dokumentiert, die mit übermäßigem Sojakonsum einhergegangen waren. Eine dieser Personen trank zum Beispiel am Tag über 3 Liter Sojamilch und so kam es zur Störung des Hormonhaushalts.


Bis auf diese Ereignisse ist allerdings keine weiteren aufgezeichnet und so gibt es bei normalem Konsum auch keinen Grund zur Beunruhigung.





Gentechnik bei Soja und Sojaprodukten


Ein sehr großer Teil des angebauten Sojas sind gentechnisch verändert. Diese Mengen werden aber meist von der Tierindustrie und anderen Industriezweigen verwendet.

Wenn man sich in Europa Sorgen macht, dass man gentechnisch veränderte Sojaprodukte zu sich nimmt, sollte man zu der Bio- Variante greifen (hier ist Gentechnik nicht erlaubt). Außerdem müssen in der EU gentechnisch veränderte Lebensmittel, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, deutlich gekennzeichnet sein.





Wer sollte kein Soja essen?


Wie viele andere Pflanzliche Lebensmittel, kann auch Soja allergische Reaktionen hervorrufen. Das aber in wesentlich geringerem Ausmaß als zum Beispiel Erdnüsse.

Wenn man merkt, dass man den Verzehr von Soja nicht so gut verträgt, sollte man stattdessen auf andere Lebensmittel zurückgreifen.





Fazit


Wer also Sojaprodukte in seine tägliche Ernährung einbauen möchte um seinen Proteinbedarf besser decken zu können, der kann dies ohne schlechtes Gewissen machen. Man braucht auch nicht die Zerstörung des Regenwaldes zu fürchten, weil diese Flächen gerodet werden, um Rinder zu züchten und das Soja für deren Fütterung und den Export anzubauen.

Solange sich der Konsum in Maßen hält und man diese Produkte nicht Kiloweise verzehrt, braucht man sich keine Sorgen machen. Die Dosis macht auch hier das Gift.



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